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Vor genau 50
Jahren waren viele unserer Landsleute in die Baragan
Steppe verschleppt. Es begann Juni 1951. Nebst Banater
Schwaben waren auch viele andere betroffen, auch
viele Rumänen. Es war wohl für die Regierung mehr
der Versuch sich "unzuverlässiger Elemente"
(wie sie benannt wurden) entlang der Grenze zu Jugoslawien
zu entledigen, viele der nicht Ja-Sager zu bestrafen
- (besonders in der Frage der Kollektivierung) -,
als der Versuch die unwirtliche Landschaft im Südosten
Rumäniens zu besiedeln. Oder war es gar der gezielte
Versuch der Rumänisierung des Banats, ein Schlag
gegen das Deutschtum im Banat frei nach dem Motto:
divide et impera?(teile und herrsche)
Praktisch über
Nacht einwaggoniert zu werden, mit ungewißem Ziel
und mancherorts mit vorgehaltenem Bajonett, von
der heimatlichen Scholle vertrieben, das muß für
alle Betroffenen ein Schock gewesen sein, ganz zu
Schweigen von denen, die erst kurz vorher ausgehungert,
abgemagert und gedemütigt die Zwangsarbeit
in den Kohlegruben Russlands durchgestanden hatten.
Es klingt mir
noch in den Ohren als jemand sagte: "Wir Banater
Schwaben sind eine kleine Volksgruppe, ohne große
Lobby." Wie recht er doch hat! Wie bitter muß
es für unsere alten Menschen klingen, die die Baragan
oder die Rußland Deportation (manche waren sogar
von beiden betroffen) durchgestanden haben und nun
tag-täglich mit den Milliarden-Forderungen jener
Zwangsarbeiter konfrontiert werden, während das
Leid, das unserer Volksgruppe zugefügt wurde, in
den Medien überhaupt nicht erwähnt wird?!
Nun darüber
kann jeder selbst urteilen. Wir wollen dieses Leid
nicht vergessen und darüber informieren. Um die
Wichtigkeit dieser Ereignisse in der Geschichte
der Banater Deutschen zu unterstreichen zitiere
ich Herrn Jakob Laub, Vorsitzender der Landsmannschaft
der Banater Schwaben in Deutschland. Zitat:
"Das zwanzigste Jahrhundert wird auch als
ein Jahrhundert der Vertreibungen in die Geschichte
eingehen. Die Banater Schwaben waren zweimal Opfer
von Deportationen: im Januar 1945 in die Sowjetunion
und im Juni 1951 in die Baragan-Steppe. Es waren
Ereignisse, welche die Gemeinschaft in ihren Grundfesten
erschütterten, welche über viele Familien unsägliches
Leid brachten. Rechtlos und heimatlos den Schergen
kommunistischer Diktaturen ausgesetzt, haben sich
diese Ereignisse tief in das kollektive Gedächtnis
der Banater Schwaben eingeprägt. Sie müssen immer
wieder herangezogen werden, wenn man nach Antworten
auf das Woher und Wohin der Banater Schwaben sucht."
Zitat Ende
Das Thema
wirft viele Fragen auf, besonders für die junge
Generation, zum Teil gibt es auch erst jetzt nach
der allmählichen Öffnung von Geheim-Archiven neue
Erkenntnisse. Nehmen wir dies als Anlaß über dieses
Thema im Banat-Forum zu diskutieren. Sie sind alle
herzlich eingeladen!
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